Kolumbien. Ein Land, das wir schon seit über 30 Jahren immer wieder im Blick haben. Aber grad der interessante Westen, die Chocó Region, war kaum bereisbar. Kolumbiens Drogenkrieg war eine Ära extremer Gewalt in den 1980er und 90er Jahren. Geprägt durch mächtige Kartelle (Medellín, Cali), die um Marktdominanz kämpften, erschien es für lange Zeit undenkbar, diese Regionen zu besuchen. Dort leben unter anderem die wohl schönsten Arten von Pfeilgiftfröschen. Und für Birder ist Kolumbien der Hotspot schlechthin mit über 2000 Vogelarten. Es gibt auf der Erde keine Region mit einer grösserer Artenvielfalt. Die Zeiten ändern sich, und mittlerweile können viele Region besucht werden. Dass sich in diesem Land dank der Birdwatcher ein Tourismus entwickelt hat, der interessierten Laien und Spezialisten den Zugang zu Regionen und Tierarten eröffnet, ist sehr erfreulich. So konnten wir unsere Reise nach Zielarten und Regionen während fast eines Jahres planen. Nachdem der Plan feststand, haben wir unseren guten Freund Todd in Arizona angeschrieben, ob er uns auf einem Teil der Reise begleiten will. Der Wildtierarzt schickte umgehend ein klares «Yes». Wir haben jede Minute zusammen genossen. Sein enormes Wissen, sein Geschick gepaart mit Humor und druckreifen Zitaten war ein Glückfall – one of our tribe! Zur Planung der Reise sind am Ende des Berichtes Informationen aufgeführt.
Wir erlebten durchwegs eine hohe Kompetenz der lokalen Guides, die grad im Umgang mit kleinen Amphibien sehr sorgfältig agieren und klare Regeln aufstellen. Da die Fundstellen oft mit einem mehr oder weniger langen Anmarsch verbunden sind und es viel Zeit benötigt, bis Tiere gefunden und fotografiert werden können, konnten wir mit den Guides lang plaudern. Wir haben so viel erfahren zu den Tier- oder Pflanzenarten, aber auch über den Alltag, das Dorf, die Familie und vieles mehr. Wir haben deshalb eine Reise erlebt, die uns ungewohnt viele Kontakte und Gespräche geschenkt hat. Die ersten 10 Tage haben uns fast überfordert. Immer mehr und neue Eindrücke, die Farben, das Aufstöbern einer Art, die Begegnungen mit Menschen an solch magischen Orten führte zu einer Dichte, die wir uns überhaupt nicht gewohnt sind. Monika und ich haben hier einige Highlights unserer Kolumbienreise beschrieben. Parallel dazu besprechen wir bereits, was wir beim nächsten Mal unternehmen oder anders machen können.
Pfeilgiftfrösche
Selber habe ich mehr als 20 Jahre viele Dendrobates- und Phyllobatesarten gezüchtet und konnte auch Habitate in Costa Rica mehrfach besuchen. Obwohl es dort interessant ist, da man innerhalb eines Tages von der Atlantikseite zu den Pazifikhängen fahren kann und auch dort spannende Arten leben, ist Kolumbien um vieles interessanter, wenn es um diese kleinen Juwelen des Regenwaldes geht. Nebst dem mehr oder weniger starken Gift und den damit einhergehenden auffälligen Warnfarben ist vor allem die Fortpflanzung dieser Gruppe von Amphibien spannend. Die Frösche legen ihre Eier nicht etwa ins Wasser, sondern an feuchte Stellen auf Blättern oder in Pflanzentrichter. Nach dem Schlüpfen der Kaulquappen kommt ein Elterntier zurück zum Gelege, und die Quappen schlängeln sich auf den Rücken des Froschs. Nun werden die Quappen an kleinen Wasserstellen wie gefüllten Pflanzentrichtern oder -teilen meist einzeln abgesetzt. Einige der unten gezeigten Arten füttern danach die Quappen mit unbefruchteten Eiern, welche das Weibchen regelmässig bei den entsprechenden Wasserstellen ablegt. Bei anderen Arten ist mit dem Absetzen der Quappen im Wasser die Brutpflege abgeschlossen, die Kaulquappen ernähren sich in diesem Fall von Insekten, Algen, etc.
PS: Bei jedem Standortwechsel haben wir unsere Gummistiefel peinlich sauber geputzt, um allfällige Pilzerreger nicht zu verschleppen. Die wenigen Frösche, die der Guide oder wir angefasst haben, wurden nur mit Einmal-Handschuhen angefasst.
Oophaga lehmanni. Im Südwesten Kolumbiens ist diese Art meist in steilen Hängen zu finden. Es gibt nebst der roten Form auch Fundorte mit gelben oder orangen Farbmorphen. O. lehmanni ist bedroht, da ihre Lebensräume oft nur klein sind und die Tiere dort unterschiedlich sind zu anderen Fundorten. Der Zoo Zürich betreibt und unterstützt die Wiederansiedlung und den Schutz der Lebensräume dieser Art. Hier muss leider auch erwähnt werden, das der illegale Tierschmuggel mit der Öffnung des Landes wieder zunimmt. Aus meiner Zeit als Terrarianer weiss ich zu gut, wie an grossen Messen nicht nur Nachzuchten und legal beschaffte Arten gehandelt wurden. Es ist davon auszugehen, dass dies immer noch der Fall ist, dies ist oft nur eine Frage des Preises.


Oophaga anchicayensis. Ein wunderschöner Frosch. Auch diese Art gibt es in abweichender Färbungen: Eher gepunktet, genetzt oder mit mehr oder weniger roter Kopfzeichnung. Für uns war es ein Highlight, dass wir den Lebensraum nach einem schweisstreibendem Aufstieg besuchen konnten und dort schon bald die ersten Männchen rufen hörten. Diese Tiere dann im steilen Gelände zu finden, ist eine andere Geschichte.


Andinobates fulguritus. Ich kann und will über den Fundort dieser sehr kleinen Art hier nicht berichten, aber er war speziell und ungewohnt.


Dendrobates auratus. Diese Art ist vor allem in ihrer schwarz-grünen Variante aus Costa Rica bekannt. Die attraktiv gefärbten Tiere von dort wurden während Jahren in grossen Stückzahlen exportiert, sie sind eher einfach zu halten und zu züchten. Die Tiere in der Chocó Region vermitteln mit ihren Farbtönen einen ganz anderen Eindruck. Wir hatten ziemlich viel Glück und mit einiger Ausdauer konnten wir das eine Tier beobachten. Die Farben und die Hautoberfläche mit dem Glanz (?) war für die Autofokussierung eine Herausforderung. Zudem war der kleine und flinke Kerl beschäftigt und hatte eigentlich keine Zeit für ein Photoshooting.


Oophaga solanensis. Knalliger geht es nimmer. Im Chocó lebt diese eher grössere Art von Pfeilgiftfröschen. Mal eher ins Orange oder dann wieder im tiefen Rot: Diese Art stand ganz oben auf unserer Liste. Das Ergebnis hat uns riesig gefreut. Leider war unser Freund bei diesem Teil der Reise nicht mehr dabei. Das müssen wir zusammen nachholen.
Oophaga histrionica. Vom kühlen Hochland direkt in den feuchtwarmen Lebensraus des «Bullseye» mit dem markanten orangen runden Fleck auf dem Rücken. Den Frosch fanden wir relativ schnell. Die Kamera und das Makroobjektiv haben den Temperaturwechsel nicht geschätzt: Wasserdampf kondensierte innen und aussen am Objektiv und dem Gehäuse. Zum Glück war es sonnig, so dass wir nach etwa einer Stunde Aufnahmen machen konnten. Unser Guide erklärte, dass in der Region immer wieder mal Männer vor allem aus Europa auftauchen und Kinder nach diesem Frosch fragen. Der illegale Tierhandel ist und bleibt ein hässliches Thema. Unser Guide ist durch Referate in Schulen und durch seine Arbeiten weitherum geschätzt. Er wird umgehend informiert, wenn Tierhändler (-fänger) in der Gegend sind, so dass er und die Behörden einschreiten können. Die abgebildeten Tiere fanden wir in einem Waldstück auf dem Land des Guides. Er betreibt dort unterhalb des Waldes eine kleine Landwirtschaft und kann mit seinem Guiding und Beratungen das Einkommen für die Familie aufbessern.


Andinobates minutus. Diese Art gehört zu den kleinsten Vertretern der Pfeilgiftfrösche. Der kleine Kerl machte es uns nicht einfach, ein paar Fotos zu machen. Rechts: Phyllobates aurotaenia. Sein intensives Rufen machte uns auf ihn aufmerksam. Trotz seiner auffallenden Warnfarben ist er auf dem dunklen Waldboden nicht einfach zu entdecken. Dieses Fröschchen zählt zu den Top 3, wenn es um ihre Giftigkeit geht. Das starke Nervengift auf der Haut dieser Tiere wurde tatsächlich für das Vergiften von Blasrohr-Pfeilen verwendet, während bei vielen anderen Arten dies kaum oder nicht praktiziert wurde. Die Bildung des Giftes hängt stark vom Futterangebot und wohl auch anderen Umweltbedingungen ab. In der Terrarienhaltung baut sich das Gift stark ab, und es wird kein neues mehr gebildet.
Kolibris
Diese feinen und filigranen Vögel sind für einen Fotografen eine Herausforderung oder eher ein Alptraum: Man hat nach ein paar Tagen schon eine Unmenge von Bildern und kommt von einer Tour zurück. Die Kolibris sind da. Soll ich noch ein paar Aufnahmen machen? Bei einem «ja» sendet die Kamera nach einer Stunde Überhitzungswarnungen, der Fotograf ist durch das emsige Treiben der Kolibris permanent am Reagieren und erschöpft vom immerwährenden Nachfahren mit dem Teleobjektiv. Nach fast zwei Stunden ist der Akku am Ende und du weisst, du kannst wieder viele Bilder sortieren. Aber es ist halt aufregend und man kriegt nicht genug davon, diese Flugkünstler zu bestaunen und vielleicht ein gutes Bild machen zu können.
Kolibris sind äusserst streitsüchtig, wenn es um Blüten bzw. Futter geht. Da wird gekämpft, verteidigt und wilde Verfolgungsflüge sind die Folge. Da kann das Teleobjektiv schon einmal als Ruheplatz ausgewählt werden. Wir haben ab und zu eine Blüte mit einer Spritze mit Zuckerwasser beträufelt. Es kann sein, dass ein Kolibri diese Blüte von seinem Standplatz aus rigoros verteidigt. Am besten präpariert man eine weitere Blüte. Dieses Verfahren und die Geduld an Blüten, die sowieso genügend Nektar haben, ermöglichte einige der folgenden Aufnahmen und führte zu viel Unterhaltung. Von den gut 160 Kolibri-Arten in Kolumbien konnten wir gut 30 Arten beobachten und bestaunen. Vom Tiefland bis in die Bergnebelwälder leben diese einzigarten Vögel.


Booted Racket-tail (m), Ocreatus underwoodii. Rechts: Buff-tailed Coronet, Boissoneaua flavescens


Sparkling Violetear, Colibri coruscans. Diese Art konnten wir sehr oft und in verschiedenen Habitaten beobachten. An Feedern verhält sie sich sehr dominant, um nicht zu sagen aggressiv – Kolibris halt!


Rufous-gaped Hillstar, Urochroa bougeri Empress Brillant (f), Heliodoxa imoeratrix. Der Parque Nacional Natural Tatamá ist, obwohl wenig erforscht, oder vielleicht gerade deshalb, eine Schatztruhe der Natur. Neben zahlreichen Kolibri-Arten konnten wir hier Orchideen, Pilze, Moose, Reptilien, Ambhibien, Insekten und noch vieles mehr beobachten – welch immenser Reichtum!


Great Sapphirewing, Pterophanes cyanopterus. Rechts: Long-tailed Sylph (m), Aglaiocercus kingii. Diese beiden Kolibriarten gehören zu den grösseren Species. Während dies beim Long-tailed Sylph dem beeindruckend langen Schwanz zu verdanken ist, sind Sapphirewings mit ihren gut 16 cm Körpergrösse wirklich beeindruckende Erscheinungen und damit auch eine der grössten Kolibri-Arten überhaupt. Die Sylphen verhalten sich in Gegenwart anderer Arten eher ruhig und zurückhaltend. Sapphirewings sind typische Paramó- und Elfin Forest-Bewohner; in tieferen Lagen unter 2500 m fühlen sie sich nicht wohl.


White-bellied Woodstar, Chaetocercus mulsant. Rechts: Bronzy Inca, Coeligena coeligena. Die Woodstars sind eine Gruppe kleiner, kompakt gebauter Kolibri-Arten. Ihre Flügel schlagen dermassen schnell, dass sie ein bereits von weitem hörbares Brummen erzeugen, welches demjenigen einer grossen Erdhummelkönigin sehr ähnlich ist. Die drei Inca-Arten, welche wir beobachten konnten, sind uns durch ihre, im Vergleich zu anderen Kolibris, sanfte und ruhige Art aufgefallen. Wenn die Bronzy Incas sich auf einem Ästchen niederlassen, öffnen sie einmal weit ihre Flügel, und sehen sich danach erstmal ruhig um.


Rufous-gaped Hillstar, Urochroa bougeri. Rechts: Velvet-purple Coronet (f), Boissonneaua jardini. Auch diese beiden Kolibri-Arten konnten wir im feuchten Bergregenwald im Parque Nacional Natural Tatamá beobachten.
Harlekinfrösche


Atelopus spurelli. Die Stummelfussfrösche (Atelopus) werden auch Harlekinfrösche genannt. Sie wirken bizarr und bewegen sich sich langsam auf dem Waldboden, ihre Farbenpracht umfasst violett, rot, gelb, etc. Sie leben meist in Nebelwäldern in höheren Lagen. Von den etwa 110 Arten sind 67 vom Aussterben bedroht (critically endangered), viele gelten als verschollen oder bereits ausgestorben. Nebst dem Chytridpilz, der vielen Amphibien weltweit zusetzt, gelten auch die Massenexporte in früheren Jahren als Grund für das Verschwinden vieler Arten. Die Haltung in Terrarien war zudem meist erfolglos und führte deshalb zu einem grossen «Verbrauch» an Tieren. What a shame!
Colombia by night
Die Exkursionen in der Nacht haben eine besondere Magie. Es tauchen Tiere auf, die man bei Tag übersieht und andere sind erst aktiv bei Nacht. Da für uns die Nacht ungewohnt ist, bewegt man sich vorsichtig und konzentriert sich auf die Spots, welche die Stirnlampen erleuchten. Zudem stolpert man im tropischen Regenwald Kolumbiens hin und wieder und kann nicht bei jedem Schritt auf alles achten. Man überquert Bäche und versucht, mit der teuren Kameraausrüstung und allen Freunden wieder unversehrt aus dieser uns fremden Welt herauszukommen. Ein besonderer Dank geht an Monika, sie zeigte während eines langen Starkregens all ihre Stärken (geht nicht, gibt’s nicht) und schützte Fotorucksäcke mit Regenplachen, hielt Blitz und Diffusor in jede gewünschte Richtung, spannte Regenschirme um die Kameras zu schützen, suchte ebenfalls Tiere, etc. Zwei geschickte Hände waren manchmal fast zu wenig. Das Resultat zeigen die folgenden Bilder. Der auffälligste (Hypsiboas picturatus, mittlere Reihe m/r) erhielt den Kosenamen Shakira. Dies ging eine Zeit lang gut, bis wir Sahkira II fanden. In den folgenden Nächten haben wir jeweils die neue Shakira gekürt.


Prachtschleiche


Diploglossus monotropis. Eine besondere Belohnung im Chocó! Diese Echse (hier ein Jungtier) ist nur selten zu finden. Diese Schönheit hat uns zudem den Gefallen getan, im einzigen Plätzchen mit Sonne im Regenwald geduldig zu warten, bis ich meine Fotos machen konnte. Bei ausgewachsenen Tieren kann die Gelbfärbung sehr intensiv sein. Sie gehören zu den Schleichen, diese Art ist sehr farbenprächtig.
Tucanets
Meine Lieblinge! Diese ausdrucksstarken Vögel mit ihren oft ungewohnten Farbkombinationen haben es mir angetan. Umgangssprachlich, aber auch taxonomisch besteht ein Unterschied zu den echten Tukanen (engl. Toucan vs. Toucanet). Die Tukane mit ihren deutlich grösseren Schnäbeln konnten wir nur auf grossen Bäumen im Blätterdach beobachten. Zudem sind die meisten Tukane grösser als die Toucanets.


Grey-breasted Mountain Toucan, Andigena hypoglauca. Diese Tukanart konnten wir hoch in den Bergen, auf über 3000 Metern, beobachten. Tukane zu sehen gehört wohl für jeden Birder zu den Höhepunkten. Die Vögel sind nicht nur wahre Eyecatcher, auch ihr Verhalten ist überaus spannend!


Grey-throated Toucanet, Aulacorhynchus albivitta. Rechts: Crimson-rumped Toucanet, Aulacorhynchus haematopygus. Wir sind immer wieder fasziniert, wie geschickt die Tukane mit ihren langen, notabene sehr leichten, weil mit luftgefüllten Hohlräumen versehenen Schnäbeln ihr fruchtiges Futter pflücken.



Chestnut Woodquail, Odontophorus hyperythrus Chestnut-crowned Antpitta, Grallaria ruficapilla Masked Trogon, Trogon personatus
Die kleinen Wachteln, heimliche und unauffällige Waldbewohner, kann man nicht häufig beobachten. Viel öfter hört man ihre markanten Rufe.
Antpittas haben unter Birdern schon fast Kultstatus. Sie dürfen getrost als ein wichtiger Wegbereiter des Ökotourismus in Kolumbien, Ecuador und Peru bezeichnet werden, da sie sich mit sehr viel, manchmal jahrelanger (!) Geduld an Fütterungsplätze gewöhnen lassen, wo sie gut beobachtet werden können. Alle der mehreren Dutzend Arten sind sehr scheue und unauffällige Waldbewohner. Antpittas folgen auf der Futtersuche gerne den wehrhaften Treiberameisen, da diese auf ihren Wanderzügen sehr viele Gliederfüssler aufscheuchen, welche einen Grossteil ihrer Ernährung ausmachen. Als nicht zu unterschätzenden Nebeneffekt bedeuten die Ameisen für die Vögel auch einen gewissen Schutz.
Der berühmteste Vertreter der Trogone ist wohl der Quetzal, der Nationalvogel Guatemalas, nach welchem auch die Landeswährung benannt ist. Zwar reicht das Verbreitungsgebiet des Quetzals nicht bis nach Kolumbien, aber die 14 Arten, welche in Kolumbien vorkommen, sind nicht minder farbenprächtig. Wir hatten das grosse Glück, einer Trogon-Familie beim füttern ihrer eben flügge gewordenen Jungen zuschauen zu können.



Andean Motmot, Momotus aequatorialis Multicolored Tanager, Chlorochrysa nitidissima Bar-crested Antshrike, Thamnophylus multistriatus
Allen 14 Motmot-Arten ist der auffällig lange, meist türkisfarbene, «zweigeteilte» Schwanz gemein. Die grossen, omnivoren Vögel verhalten sich recht unauffällig. Plötzlich sind sie da, beobachten lange die Umgebung, schnappen sich eine Beute und sind dann wieder weg.
Hunderte von Tanger-Arten bewohnen den amerikanischen Kontinent, viele haben nur ein sehr kleines Verbreitungsgebiet, und zahlreiche Arten sind sehr bunt gefärbt, wie der hier gezeigte Multicolored Tanager sehr schön zeigt. Tanagers sind omnipräsent, und es bereitet sehr viel Freude, ihnen zuzusehen.
Der kleine, strauchbewohnende Vogel im Zebralook war ein besonderes Highlight! Fun fact (nur für Sprachenfreaks): Antshrikes pflegen keinerlei verwandtschaftliche Beziehung zu den Würgern (shrike = Würger), wie z.B. dem Neuntöter, aber auch sie folgen den Treiberameisen, da sie zur selben Grossfamilie, den Thamnophiliden, gehören wie die Antpittas. Seziert man das griechischstämmige Wort Thamnophyllos, kommt man zu den folgenden, auf den ersten Blick eher verwirrend anmutenden Bedeutungen: Thamnos = Busch, Strauch und Phyllos = Freund. Daraus lernt die endlos neugierige Schreiberin, dass sich im Reich der Biologie der umgangssprachliche Name häufig auf das Verhalten, die Farben oder, bei Tieren, die Lautäusserungen bezieht, während wissenschaftliche Bezeichnungen oft Bezug auf Morphologie oder Habitat nehmen.


Andean Cock of the Rock, Lupicola peruvianus (m). Für die berühmten Felsenhähne, die man wohl einfach gesehen haben muss, sind wir sehr früh aufgestanden, da sich die Männchen jeweils nur am frühen Morgen für etwa eine halbe Stunde an ihrem Balzplatz versammeln. Eindrückliche Vögel, bestimmt – aber, ganz ehrlich, mit ihrer orangen Hauben wirken sie schon leicht «bedeppert» ….


Red-headed Barbet, Eubucco bourcierii Crowned Woodnymph, Thalurania colombica
Reiseplanung und Durchführung
Wir haben unsere Reisevorbereitung zusammen mit https://birdingandherping.com/ durchgeführt. Andrea und Alejo, die beiden Inhaber, haben diese Planung erst ermöglicht. Sie haben unsere Wünsche perfekt umgesetzt. Die erhofften Arten, wenige Orte und, damit verbunden, wenig Reisetage haben zu einer perfekten Reise geführt. Alejo hat den grösseren Teil der Privatreise geführt und begleitet. Wir vier haben eine gut abgestimmte Gruppe gebildet, die sich immer schnell einig war. Ob es nun eine Nachtexkursion oder das Musikprogramm im Auto war, die Entscheidungen benötigten nie längere Diskussionen. Alejo konnte uns zudem sehr gut beraten und unterstützen beim Handling mit Blitz, Softbox und Diffusor, so dass unsere «Regenwald-Studios» gut funktionierten. Sein grosses Wissen über die Herpetofauna Kolumbiens und seine Art der Zusammenarbeit mit lokalen Guides ist mustergültig und nachhaltig. Er ist immer auf der Suche nach neuen Möglichkeiten und Orten. Andrea hat unsere Reise perfekt gesteuert und uns immer zeitgenau informiert in dem Teil der Reise, bei dem Monika und ich allein unterwegs waren. So war immer jemand da, der uns beispielsweise vom internationalen Flughafen in Medellín abholte und zum kleineren regionalen Flughafen in der Stadt gefahren hat. Selbst das Check-in und viele andere Dinge hat sie im Hintergrund für uns organisiert. Gerne hätten wir eine Birdingtour mit Andrea gemacht. Aber etwas mussten wir für eine kommende Reise aufsparen.
Momente unterwegs





























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