Zugspitz Ultratrail – Übernachtung für 4 Franken

Running Shoes

 Welcher soll es sein?

Nach dem erfolgreichen Swissalpine K78 im letzten Jahr habe ich ein neues Ziel gesucht. Ultra – Berge – Motivation. Aus diesen Eckpunkten gilt es, einen Lauf zu finden, den ich in der Agenda dick eintragen kann. Eine Wiederholung des Swissalpine kommt nicht in Frage, da der Termin mit unseren Ferien kollidiert. Momentan scheint jede Bergregion Ultraläufe zu organisieren, nicht alle davon werden sicher stattfinden oder sich etablieren. In meine Endauswahl kommen schliesslich der ZUT und der Mountainman. Die Vorbereitung für den Zugspitz Ultratrail wird nicht durch längere Ferien unterbrochen und ist damit einfacher. Über eine Teilnahme am Mountainman Ultra im August entscheide ich spontan, das hat jetzt keinen Platz. Ja, ich weiss, terminlich sind beide möglich.

Der ZUT bietet drei Distanzen an. Der Basetrail (36 km/1920 HM) ist mir zu kurz. Der Supertrail (69 km/3120 HM) ist knackig und von der Laufzeit und den Höhenmetern her wohl anspruchsvoller als der K78 in Davos, aber ich schätze den Lauf unter normalen Umständen als machbar ein, da fehlt der Reiz. Beim Ultratrail ist der Reiz dagegen gar gross. 100 Kilometer, 5400 positive Höhenmeter und, weil es eine Umrundung der Zugspitze ist, müssen auch wieder 5400 Höhenmeter abwärts gelaufen werden. Da fällt mir nur noch die Weisheit ein, dass man seine Grenzen auch einmal überschreiten muss, um sie zu erkennen. Das ist die höfliche Version. Meine Familie formuliert das viel direkter und weit weniger philosophisch, aber ich bin gut aufgehoben, und für die ganze Unterstützung bin ich euch sehr dankbar. Ich werde also den Ultratrail laufen.

Höhenprofil Ultratrail 2013 Plan B event company - Angaben ohne Gewähr

Ich trainiere seit Januar während der Woche etwas länger und lege gelegentlich ein 2. Training am Tag ein. Trainings am frühen Morgen kann ich mittlerweile auch bei hoher Intensität laufen. Früher war das eher Jogging im Halbschlaf. Im Moment fehlt mir dafür am Wochenende beim langen Training die Kraft und wohl auch etwas die Motivation bei Schnee, Nässe und Kälte. Nach spätestens 30 Kilometern ist jeweils meine Kraft weg, so dass die letzten 2-5 Kilometer sehr zäh sind. Ich erhole mich zum Glück gut und schnell, mehr Ruhe wäre trotzdem schön. Ich bin zuversichtlich, dass ich ab Mitte März zulegen kann, wenn das Laufen im Gelände wieder mehr Freude macht. Bis Ende April sollte ich in der Lage sein, lange Strecken mit mehr Reserven laufen zu können. 5400 Höhenmeter, das ist beeindruckend. Ich kann mir vorstellen, dass die Schlusssteigung zur Schlüsselstelle werden kann. Man ist müde, fast 80 Kilometer in den Beinen, abends etwa 21:30 Uhr. 1300 Meter Aufstieg versperren einem das Ziel. Ist man oben angekommen, müssen all die Höhenmeter wieder abgestiegen werden bis zum Zieleinlauf in Grainau, so zwischen 2 und 4 Uhr morgens. Ich hoffe auf eine schöne Vollmondnacht, dann kann das Laufen in der Nacht ein besonderes Erlebnis werden. Der ZUT hat viele eher schwierig zu laufende Abschnitte. Bei schlechtem Wetter werden die Herausforderungen noch grösser, das muss nicht sein.

Ein Marathon Anfang April und ein noch längerer Lauf im Mai werden zeigen, wie gut ich meine Hausaufgaben mache. Mit der (Pflicht-) Ausrüstung setze ich mich später auseinander.
Etwa 4 Franken kosten Batterien für die Stirnlampe. Wenn es am 22. Juni eine schöne Vollmondnacht wird, dann übernachte ich sogar kostenlos.

 

Comments 1

  1. Na dann viel Erfolg, ich laufe auch (zum ersten mal) die 100km mit. Vielleicht sieht man sich ja 🙂

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